Fass von Heidelberg

Das erste große Fass im Schloss

Das Heidelberger Fass
Das Heidelberger Fass

Anton Praetorius, Pfarrer im Ort Dittelsheim und späterer Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter, unternahm 1594 eine Reise nach Heidelberg als Hochburg des reformierten Glaubens. Neben einer genauen Beschreibung der Ausmaße des Fasses pries er in seinem 1595 erschienenen Gedicht Vas Heidelbergense das Große Fass im Heidelberger Schloss als sichtbaren Beleg für die Überlegenheit des calvinistischen Glaubens.

Fassgedicht 1595 von Anton Praetorius

Anton Praetorius widmete die Schrift dem reformierten Kurfürsten Friedrich IV., in dessen Amtszeit die Vollendung des ersten Großen Fasses fiel. Das weltweit einzige Exemplar des Gedichtes befindet sich in der Berliner Staatsbibliothek.

Acht Seiten des erhaltenen Exemplares wurden gedruckt, die restlichen sieben Seiten sind handschriftlich überliefert. Die Buchstaben auf der Titelseite sind grafisch kunstvoll in Form eines großen Weinfasses angeordnet. Praetorius war der erste, der mit seinem Werk die Weltöffentlichkeit auf das Riesenfass der Neckarstadt aufmerksam machte und es auf den Weg zum Weltruhm brachte.

Auszug aus dem Gedicht:

Mehr staunt, wer selber das ganze Werk
Persönlich betrachtet; auch kann er
Für wahrhaft jederzeit gelten und Zeuge sein.
Viele kommen daher aus der Ferne
Zu guten Freunden, um dieses Fass
Sehen zu können, gleichwie ich selbst kürzlich tat.
Und fürwahr, dieses Werk ist bei Gott wert, dass man’s
Besichtigt, wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt.
Solch ein Gefäß mit so großer Gabe des Weinstocks, glaub’ ich,
Gibt’s nicht, soweit der riesige Erdkreis reicht.
Vergeblich erreicht die Kunde vom Fass die ungläubigen Ohren.
Denn keiner vermag es zu glauben, wenn er’s nicht hat geschaut.
Hier leuchtet die Güte, hier die Majestät, hier die höchste Macht
Des ewigen Gottes überall heller.

Video vom Fass von Heidelberg

Auszüge aus Wikipedia