Anton Praetorius

Unter dem Pseudonym seines Sohnes Johannes Scultetus veröffentlichte Praetorius als erster evangelischer Pfarrer 1598 das Buch »Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht« gegen Hexenwahn und Folter.

1602 fasste er in einer 2. Auflage des »Gründlichen Berichts« den Mut, seinen eigenen Namen als Autor zu verwenden. 1613 erschien die dritte Auflage mit einem persönlichen Vorwort. 1629 brachten Unbekannte eine vierte Auflage seines »Berichtes über Zauberey und Zauberer« heraus.

Archivbau des Schlosses Birstein
Archivbau des Schlosses Birstein

Als im Jahr 1597 im Biersteiner Schloss die als Hexe bezichtigte Anna Dietrich einer Folter unterzogen wurde, war er als deren Seelenbeistand bestellt worden. Zugleich war er Mitglied des untersuchenden Gerichts.

Zur Überraschung seiner Richterkollegen legte er Protest ein, was tatsächlich dazu führte, dass die Folter abgebrochen wurde. Anna Dietrich überlebte zunächst, starb aber dann doch an den Folgen der bereits erlittenen Qualen.

Zwei weitere mit angeklagte Frauen waren schon während der Folter gestorben, eine vierte hatte sich erhängt, nachdem man ihr die Marterwerkzeuge gezeigt hatte.

Anton Praetorius und das große Fass von Heidelberg

1594 reiste Praetorius von Dittelsheim  nach Heidelberg. Nach seiner Rückkehr befragten ihn die Dittelsheimer Gemeindeglieder ausführlich nach dem Großen Fass, so dass er im Pfarrhaus von Dittelsheim im Oktober 1595 in lateinischer Sprache den ältesten Bericht von dem großen Wein-Fass in Heidelberg schrieb.